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Steuernachrichten 2017: Körperschaftssteuer

Allgemein
10Jan

Änderungen der Steuerpakete vom Herbst bzw. Winter

Steuersatz

Es wird eine einstufige und einstellige Körperschaftssteuer eingeführt: Der Körperschaftssteuersatz beträgt ab 1. Januar 2017 einheitlich 9 %.

Im Zusammenhang mit der Steuersatzänderung sieht das Gesetz Übergangsregelungen für die Berechnung der Steuervorauszahlung 2017 vor. Bei Steuerzahlern, die 2015 die Körperschaftssteuer mit einem Steuersatz von 19 % abgeführt haben, beträgt die Steuervorauszahlung für das erste Halbjahr 2017 50% von einem um 20 Millionen HUF erhöhten Betrag des 9/19-Teils der auf 2015 zu leistenden Steuer. Dieser Betrag wird von dem ungarischen Finanzamt (NAV) bis zum 15. Januar 2017 jeweils mit einem Bescheid festgestellt. Bei den vorgenannten Steuerzahlern sind die Steuervorauszahlungen für das zweite Halbjahr 2017 und für das erste Halbjahr 2018 mit dem Steuersatz von 9 % zu berechnen.

Änderungen der Steuervergünstigungen

Es verlängert sich die Zeit, die zur Geltendmachung von Steuervergünstigungen im Zusammenhang mit der Förderung von Filmproduktionen, Vortragskunstorganisationen und Ereignis-Mannschaftssportarten offensteht: Die Steuervergünstigung kann ab 1. Januar 2017 zuletzt bei der Steuer des Steuerjahres, das im auf das Steuerjahr der geleisteten Förderung folgenden achten Kalenderjahr endet, in Anspruch genommen werden. Früher galt das sechste Kalenderjahr als Letztfrist.

Die  Entwicklungs-Steuervergünstigung betreffend verlängert sich die für die Inanspruchnahme offenstehende Zeit, außerdem werden die für die Inanspruchnahme der Steuervergünstigung geltenden Voraussetzungen bezüglich der Personalaufstockung bzw. Lohnkostenerhöhung erleichtert.

Steuervergünstigungen bei Energieeffizienz-Investitionen

Im Falle der Umsetzung und einer mindestens 5 Jahre dauernden Betreibung von Anlageninvestitionen zur Energieeffizienz kann eine neue Steuervergünstigung in Anspruch genommen werden. Die Steuervergünstigung beträgt 30% von den verrechenbaren Kosten der Investition, jedoch maximal 15 Millionen Euro (und kann bei Kleinunternehmen um weitere 20% bzw. bei mittelständischen Unternehmen um weitere 10% erhöht werden). Sie kann in dem auf die Inbetriebnahme der Investition folgenden Steuerjahr (oder je nach der Entscheidung des Steuerzahlers im Steuerjahr der Inbetriebnahme) und in den darauffolgenden 5 Steuerjahren in Anspruch genommen werden.

Steuervergünstigung bei Lebendmusikleistungen

Steuerzahler, die einen Gastgewerbebetrieb betreiben, können ab 2017 eine Steuervergünstigung in Höhe von bis zu 50% des unter den Kosten und Aufwendungen verrechneten Gegenwertes für Lebendmusikleistungen anwenden. Wird die Steuervergünstigung geltend gemacht, gelten die im Zusammenhang mit den Lebensmusikleistungen verrechneten Kosten und Aufwendungen nicht als anerkannte Kosten, so dass sie die Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer erhöhen.

Bemessungsgrundlagenermäßigung für Frühphasenunternehmen (Startup)

Steuerzahler, die in gesetzlich eigens definierte und registrierte sog. Frühphasenunternehmen investieren, erhalten ab 2017 eine Bemessungsgrundlagenermäßigung.

Die Höhe der Bemessungsgrundlagenermäßigung beträgt im Steuerjahr der Beteiligung und in den drei darauffolgenden Steuerjahren das Dreifache vom Einstandswert oder Zuwachs der am Frühphasenunternehmen erworbenen Beteiligung. Die Ermäßigung kann im Jahr des Beteiligungserwerbs und in den drei darauffolgenden Jahre zu je gleichen Raten in Anspruch genommen werden und beträgt maximal 20 Millionen HUF pro Jahr.

Es gilt als Voraussetzung für die Anwendung der Ermäßigung, dass der Steuerzahler bzw. dessen verbundenes Unternehmen oder Rechtsvorgänger in den dem Erwerb vorausgehenden 3 Jahren am Frühphasenunternehmen nicht beteiligt war, ferner dass das Frühphasenunternehmen in den Jahren, in denen die Bemessungsgrundlagenermäßigung in Anspruch genommen wird, nicht als verbundenes Unternehmen des Steuerzahlers gilt.

Änderungen des im Frühjahr verabschiedeten Steuerpakets

Die wichtigsten Änderungen des im Frühjahr verabschiedeten Steuerpakets wurden bereits in unserem letzten Newsletter ausführlich erläutert. Nachstehend werden sie lediglich kurz aufgelistet:

 

  • Ab Juli 2016 wurden die Bemessungsgrundlagevergünstigungen im Zusammenhang mit den gekauften und einen Lizenzgebühr begründenden oder angemeldeten immateriellen Vermögensgegenständen oder mit den zur Herstellung der vorgenannten immateriellen Vermögensgegenstände von verbundenen Unternehmen bezogenen Forschungs- und Entwicklungsleistungen beschränkt, und auch der Begriff der Lizenzgebühr wurde erheblich eingeengt.
  • Auf anhand von Verwertungs-, Benutzungs- oder Nutzungsgenehmigungen zur Benutzung überlassene immaterielle Vermögensgegenstände, die bei der 2016 erfolgten Einengung des Begriffs Lizenzgebühr aus dem Begriff ausgeschlossen worden sind, kann ab 2017 eine beschleunigte Wertminderungsabschreibung von 30% angewandt werden.
  • Damit eine uneintreibbare Forderung gegenüber einer verbundenen Partei unter den die Steuerbemessungsgrundlage vermindernden Posten verrechnet werden kann, gilt es als Voraussetzung, dass der Steuerzahler Daten über das betreffende verbundene Unternehmen sowie über die die Transaktion begründenden, realen wirtschaftlichen Ursachen leistet.
  • Zur Anwendung eines die Bemessungsgrundlage vermindernden Postens wegen einer Verrechnungspreiskorrektion zwischen verbundenen Unternehmen muss in der Erklärung der verbundenen Partei ab 2018 über die Anerkennung der Differenz hinaus auch die Aussage enthalten sein, dass die verbundene Partei die Differenz bei der Feststellung der Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage berücksichtigt.
  • Bei unentgeltlichen Transaktionen muss in der Erklärung der Leistungsempfängerpartei ab 2017 auch die Aussage enthalten sein, dass die Körperschaftssteuer, die auf den infolge der Leistung verrechneten Erlös entfällt, entrichtet worden ist. Wenn der Leistungsempfänger keine unternehmerische Tätigkeit ausübt, reicht es nach wie vor aus, darüber eine Erklärung zu leisten.
  • Es wird der Grundsatz des Körperschaftssteuergesetzes verschärft, wonach falls ein Rechtsgeschäft lediglich einen Steuervorteil für die Parteien bezweckt, die aufgrund des Rechtsgeschäfts verrechneten Kosten und Aufwendungen nicht als im Interesse des Unternehmens angefallene Kosten und Aufwendungen gelten bzw. kein Steuervorteil geltend gemacht werden kann. In Zukunft fallen nicht nur die ausschließlich einen Steuervorteil bezweckenden Rechtsgeschäfte unter diese Einschränkung, sondern auch Rechtsgeschäfte, deren Hauptzweck in der Realisierung eines Steuervorteils besteht.
  • Es werden weitere Bemessungsgrundlagenvergünstigungen eingeführt für die Instandhaltung und Renovierung von Baudenkmälern bzw. unter lokalem Denkmalschutz stehenden Gebäuden und Bauwerken sowie im Zusammenhang mit den zur Arbeitskräftemobilität gewährten Vergünstigungen gemäß Einkommenssteuergesetz.
  • Der 30-Millionen-HUF-Limit bei den Bemessungsgrundlagenvergünstigungen für Investitionen von KMU, die Beschränkung der anwendbaren Steuervergünstigung auf 60% der gezahlten Zinsen bei Investitionskreditzinsvergünstigungen für KMU sowie die Wertgrenze von 6 Millionen HUF werden aufgehoben.